Die Cloud kann das Kundenmanagement auf ein neues Level bringen – noch bleiben viele Chancen ungenutzt.

Cloud-Technologie ist in immer mehr Bereichen von Alltag und Arbeitswelt präsent. Die Dienste stellen Daten schnell bereit und sind von überall abrufbar. Für Kundenmanagement und Vertrieb bietet das attraktive Möglichkeiten. Dass die Cloud im deutschen Mittelstand noch nicht vollständig angekommen ist, liegt an Bedenken bezüglich der Datensicherheit und der Verfügbarkeit, falls das Internet mal ausfallen sollte.

Aufklärung zum Thema Cloud notwendig

Dennoch ist der Trend Cloud Computing ungebrochen, wie Analyst Ralf Korb (Tante Emma 4.0) feststellt: „Die digitale Transformation ist auf dem Vormarsch. Grundsätzlich fließen aktuell große Anteile der IT-Investitionen in den Bereich Cloud.“ Dies trifft allerdings nur bedingt auf kleine und mittlere Unternehmen zu. „Diese Unternehmen haben sich noch nicht so stark dafür geöffnet. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass es immer noch an Informationen mangelt. Der Nutzen, den Cloud-Lösungen bieten, wird nicht klar genug kommuniziert“, so Korb. Michael Reischer (Tante Emma 4.0) teilt diese Beobachtung: „Ich denke, dass hier noch eine Menge Aufklärungsarbeit notwendig ist, um die Chancen und Risiken der Cloud zu erklären. Es kursiert leider noch zu viel Halbwissen, gerade auch was die Risikoabschätzung betrifft.“

Die Cloud gehört bereits zum Alltag

Ein Aspekt, der für zahlreiche der Bedenken bezüglich der Cloud verantwortlich ist, ist die Sicherheit der Daten. Diese nicht mehr auf einem Server im eigenen Haus zu speichern, sondern teils Tausende Kilometer entfernt, mag ein ungewohntes Gefühl sein. Das muss jedoch nicht per se einen Grund zur Sorge darstellen. Dennoch nehmen viele dies immer noch als Risiko wahr. „Gerade bei der Frage, ob beispielsweise ein CRM-System im Haus oder in der Cloud installiert werden soll, treten die Vorbehalte zu Tage“, weiß Michael Reischer. „Neulich sagte mir ein Kunde, der in einem schönen Berliner Altbau sitzt, dass die Cloud ihm zu unsicher sei, er würde lieber den Server in der Firma nutzen. Als ich ihn dann fragte, wie lange es dauert, dort die Flügeltür am Eingang aufzubrechen, musste er mir sagen, dass das nicht allzu lange ist. Der physische Server vor Ort wird eher geklaut, als dass irgendwo in einem Hochsicherheitsrechenzentrum eingebrochen wird.“

Thomas Lewandowski (Tante Emma 4.0) kennt diese Vorurteile: „Das verwundert mich besonders, da gar nicht gesehen wird, wie präsent Cloudcomputing bereits in unserem Alltag ist. Beispielsweise hatte ich ein Beratungsgespräch mit einem Kunden, der mir sagte, dass eine Cloud-Lösung für ihn nicht infrage komme. Als ich ihn nach seinen Anforderungen fragte, ging er an seinen Computer und öffnete eine PDF mit seinen Notizen aus einer Online-Dateiablage, nutzte die Cloud also schon längst. Diese Diskrepanz muss den Leuten viel stärker bewusst werden.“

Mehr Mobilität im Vertrieb

Dabei liegt der große Vorteil der Cloud, insbesondere bei CRM-Lösungen aus der Cloud, auf der Hand: Cloud-Systeme sind überall per Smartphone oder Tablet abrufbar und ermöglichen so eine höhere Mobilität und Flexibilität. Was aber, wenn man unterwegs mal ohne Internet auskommen muss? „An sich ist das Problem, offline arbeiten zu müssen, nicht mehr zeitgemäß. Eigentlich müsste ich immer online sein, die Realität sieht aber leider anders aus“, weiß Lewandowski. Dieses Problem ist jedoch lösbar. „Bei Cloud-Lösungen würde ich immer darauf achten, dass sie eine Offline-Funktionalität bieten, was bei vielen Herstellern im CRM-Bereich leider nicht der Fall ist“, so Lewandowski. „Der Datenbestand muss auch offline verfügbar sein. Sobald der Mitarbeiter dann im Hotel ist, können die Daten synchronisiert und auf den aktuellen Stand gebracht werden“, erklärt Ralf Korb.

 

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